Brasilien Info
Geld
Die Landeswährung REAL (BRL) bekommen Sie problemlos an Geldautomaten in Flughäfen und Banken mit Ihrer Kreditkarte und der dazugehörigen PIN. Wir empfehlen, zwei Kreditkarten von verschiedenen Ausstellern (z.B. VISA und Mastercard) mitzunehmen, da die Geldautomaten gelegentlich ohne Bargeld sind oder gerade die eine oder andere Kreditkarte nicht akzeptiert wird. Mit Ihrer normalen EC-Karte mit Maestro Symbol können Sie ebenfalls Bargeld an den Automaten beziehen, die das Maestro Symbol zeigen. In den reichlich vorhandenen Wechselstuben können Sie Dollars und jede europäische Währung tauschen, jedoch ist dabei der Kurs etwas schlechter als bei Abhebungen an Geldautomaten.
Telefon
Ihr deutsches Vertragshandy wird normalerweise auch in Brasilien funktionieren, allerdings zu exorbitanten Minutenpreisen. Für die oft gestörten öffentlichen Telefone benötigen Sie eine Guthabenkarte, die Sie an jedem Zeitungskiosk erwerben können.
Telefonate von Brasilien nach Europa:
Vorwahl (Beispiel Deutschland): 002149xxx
Telefonate von Europa nach Brasilien:
Vorwahl Telekom: 0055xxx
Rio de Janeiro: 005521xxx
Sao Paulo: 005511xxx
Salvador: 005571xxx
Vorwahl andere Anbieter: Vorwahl+0055+xxx
Internet
Internetcafes sind in den Städten und touristischen Regionen weit verbreitet, der Minutenpreis liegt etwas über dem deutschen Niveau. Notieren Sie sich unsere Web Adresse: www.mundimix.com !
Damit können Sie auch während Ihrer Reise Reisetipps abrufen! Clubmitglieder haben unterwegs Zugriff auf den aktuellen Veranstaltungskalender.
Veranstaltungen
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Bei Shows und Konzerten ist es üblich, Getränkebons an einer Kasse zu erwerben und diese an der Bar gegen Getränke einzutauschen. In Clubs und Diskotheken sind im Eintrittspreis oft schon mehrere Getränke enthalten. Dazu bekommt der Besucher am Eingang eine Stempelkarte, auf welcher sein Konsum eingetragen oder abgestempelt wird. Dieser Konsum wird beim Verlassen des Lokals abgerechnet. Bei Verlust der Karte muss eine Pauschale gezahlt werden. Fragen Sie schon am Eingang nach den jeweiligen Modalitäten.
Zum Strand gehen Sie am Besten gleich in Badebekleidung, Frauen tragen um die Hüften ein buntes Tuch (canga), die Herren nur einen Bermuda-Short. Nehmen Sie nur Sonnenöl und das nötige Kleingeld mit, Bodenmatten und Handtücher outen Sie als Gringo! Topless ist verboten und wird als vollkommen unerotisch angesehen! Auch freizügiges Umziehen sollte vermieden werden. Am Strand mieten Sie sich einen Sonnenschirm mit Klappstuhl. Dazu suchen Sie sich "Ihr" Plätzchen und winken dann in Richtung der nächsten Strandbaracke, deren Verkäufer sogleich zu Ihnen eilen wird, um Ihre Wünsche aufzunehmen. Brasilianer bleiben übrigens meist nah am Wasser und in der Nähe Anderer.
Brasilianische Männer stehen am Strand meist in Kleingruppen herum und plauschen, während sie die weibliche Umgebung sorgfältig betrachten. Angesagt ist auch sportliche Betätigung, wie z.B. "Futevolley" (Strandfussball), Muskeltraining oder Capoeira. Der Gang ins Meer ist fulminant, die Herren der Schöpfung stürzen sich normalerweise mit Anlauf kopfüber in die Fluten. Die Frauen pflegen in der Regel auf ihren cangas (siehe oben) Konversation und "Social Networking", telefonieren oder begutachten die Waren der Strandverkäufer.
Es gilt wie immer die Grundregel für Ortsunkundige; erst einmal schauen, wie es die Einheimischen machen!
Schwangere und Eltern mit Kleinkindern haben im Bus, beim Check-In am Flughafen und in Banken und Behörden Priorität!
Bei Überlandfahrten mit dem Bus muss jeder Fahrgast aus Versicherungsgründen ein Formular ausfüllen. Bei längeren Fahrten legen die Busse alle 4 bis 6 Stunden eine Rast ein. Fragen Sie lieber zwei Mal nach, wann der Bus weiterfährt, da er auf jeden Fall pünktlich abfahren wird, gegebenenfalls auch ohne Sie! Ihren Fahrschein heben Sie bitte bis zum Ende der Fahrt auf und geben ihn dann beim Aussteigen beim Fahrer ab.
Trinkgelder/Rechnungen
Üblicherweise sind 10 Prozent Tip schon auf der Rechnung ausgewiesen. Sollten Sie keine 10% am Rechnungsende finden, lassen Sie ein Trinkgeld in dieser Höhe nach der Bezahlung auf dem Tisch zurück, dieses Vorgehen erspart eine holprige Konversation mit dem Kellner.
Ihre Kreditkarte lassen Sie lieber nicht aus den Augen, da auch in Brasilien Fälle von "Klonen" auftreten. Normalerweise kommen die Kellner oder Verkäufer mit den mobilen Lesegeräten zu Ihnen.
Brasiliens Sozialgefälle ist bei genauerem Hinsehen erschreckend gross, viele Menschen verdienen daher ihren Lebensunterhalt als ambulante Verkäufer auf den Strassen und am Strand. Respektieren Sie Ihre Mitmenschen, prüfen Sie deren Angebot. Sollten Sie nicht interessiert sein, sagen Sie freundlich, aber bestimmt "Nao obrigado" (nein Danke)! In Brasilien gilt viel mehr als in Europa, dass der gute Ton die Musik macht. Mit freundlichem Respekt kommen Sie gut an und auch viel weiter.
Der Verfasser dieser Zeilen vertritt die Meinung, dass frische Säfte, Salate, Sandwiches etc. im ganzen Lande geniessbar sind. Wasser sollte allerdings nur als Mineralwasser aus der Flasche getrunken werden. Im Zweifel gilt die Regel des gesunden Menschenverstandes; schauen Sie sich das Lebensmittel an, riechen Sie daran und, wenn möglich, werfen Sie einen Blick in die Küche.
Kultur und Gesellschaft
Wie man sich als Neuankömmling in der Kultur zwischen Zuckerhut und Favela gut zurechtfindet, erklärt das neue Episodenwerk „Fettnäpfchenführer Brasilien“.
Die Studentin Linda ist die Heldin des Buches. Sie ist zwar ausreichend vorbereitet, um in Brasilien Deutschlektionen zu geben, ahnt jedoch noch nicht, dass ihr im Gegenzug die eine oder andere Lektion in brasilianischer Etikette bevorsteht. Trotz der überschäumenden Lebensfreude der Einheimischen lässt sich nämlich nicht leugnen, dass es auch im bevölkerungsreichsten Staat Südamerikas reihenweise gesellschaftlichen Fettnäpfchen auszuweichen gilt.
Sie nimmt am Karneval teil, besucht die Copacabana und stürzt sich in das Getümmel Rios. Ein Eintauchen in die fremde Kultur, das sich auch für eine weltoffene Reisende wie Linda nicht ganz reibungslos gestaltet. Auf einer Silvesterfeier muss sie feststellen, dass bei der Kleiderwahl vor allen Dingen die Farbe von entscheidender Bedeutung ist. Während einer Übernachtung in São Paulo wird ihr schnell klar, dass sie sich unter einem Motel etwas anderes vorgestellt hat. Und im Verkehr Rio de Janeiros trifft sie die schmerzliche Erkenntnis, dass Busfahren in Brasilien nichts für Feiglinge ist. Drei von zahlreichen Episoden, die für Linda oftmals unangenehm, für den Leser aber sehr lehrreich sind.
Die drei Autorinnen des neuesten Titels der „Fettnäpfchenführer“-Reihe haben die kulturellen Eigenheiten Brasiliens bereits während langer Aufenthalte verinnerlicht und sind von Land und Leuten dort begeistert. Eine von den Dreien hat sich mittlerweile sogar dauerhaft auf das Abenteuer Südamerika eingelassen. Der geballte Erfahrungsschatz des Trios spiegelt sich in den Erlebnissen Lindas wieder und in der Kunst des neuen Episodenwerks, dem Leser das ferne Land auf amüsante Weise nah zu bringen.
Der „Fettnäpfchenführer Brasilien“ ergänzt die beliebte Buchreihe über das Minenfeld kultureller Eigenheiten, ist im Conbook Verlag für Literatur und Länder erschienen und ab sofort im Buchhandel erhältlich.
Weltkulturerbe der UNESCO in Brasilien
Regenwälder der Costa do Descobrimento
Die atlantischen Regenwälder an der Costa do Descobrimento sind Teil eines der größten und am besten erhaltenen Ökosysteme ihrer Art. Zahlreiche seltene und endemische Pflanzenarten sind hier beheimatet.
Die atlantischen Regenwälder Brasiliens erstrecken sich entlang der Atlantikküste vom Bundesstaat Bahia bis nach Rio Grande do Sul. Ihre üppige Vegetation baut sich vorwiegend aus 20 bis 30 Meter hohen Bäumen auf, denen zahlreiche Orchideen und Bromelien aufsitzen. Am Boden lassen die spärlichen Lichtverhältnisse allerdings nur kargen Unterwuchs zu. Der Artenreichtum und die Evolutionsgeschichte dieser Regenwälder sind wissenschaftlich von großem Interesse. Studien in Bahia haben ergeben, dass dort 458 Baumarten auf einem Hektar wachsen. Zum nördlichen Abschnitt der Regenwälder zählen acht geschützte Reservate entlang der »Küste der Entdeckung«: die »Reservas Biológicas« Una und Sooretama, die »Reservas Particulares do Patrimônio Natural« Pau Brasil, Veracruz und Linhares sowie die Nationalparks Pau Brasil, Monte Pascoal 536 Meter hohen gleichnamigen Berg) und Descobrimento.
Nationalparks Chapada dos Veadeiros und Emas
Die Nationalparks Chapada dos Veadeiros und Emas im Bundesstaat Goiás sind Teil der Campos Cerrados, der Savannenlandschaft im Mittelwesten Brasiliens.
Der Cerrado ist mit einer Fläche von rund zwei Millionen Quadratkilometern das zweitgrößte Ökosystem Brasiliens. Trotz eher trockenen Klimas und arider Böden zeichnet es sich durch die höchste Biodiversität aller tropischen Savannen aus. Geografisch gehört der Cerrado zum Brasilianischen Bergland, und so sind weite Teile der Region von Hochplateaus geprägt, unterbrochen von Abbruchkanten und Flusstälern. Der knapp 2400 Quadratkilometer große Nationalpark Chapada dos Veadeiros erstreckt sich über die höchsten Abschnitte des Cerrado. Zahlreiche seltene Tierarten wie Wildhirsche, Affen und Königsgeier sind hier heimisch. Insgesamt wurden 45 Säugetierarten, über 300 Vogelarten sowie rund 1000 verschiedene Schmetterlingsarten erfasst. Der 1300 Quadratkilometer umfassende Nationalpark Emas wurde nach den Nandus (portugiesisch »ema«) benannt. Das offene Grasland mit Termitenhügeln ist auch Lebensraum von Riesenameisenbären.
Brasília
Brasília mit seinen futuristisch anmutenden Bauten entstand in den 1950er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus dem Nichts. In der waldlosen weiten Savanne im Zentrum des Landes wurde nach modernsten städtebaulichen Aspekten eine neue Hauptstadt errichtet.
Die neue Hauptstadt Brasília wurde 1960 nach nur vier Jahren Planungs- und Bauzeit eingeweiht. Oscar Niemeyer und Lúcio Costa, die beiden Chefarchitekten und obersten Stadtplaner Brasiliens, wollten eine Metropole auf der Höhe der Zeit erschaffen: eine moderne, progressive, funktionelle und einheitlich gestaltete Stadt. Die Verlegung der Hauptstadt in das Landesinnere war 1891 beschlossen worden und sollte einen Impuls für die Erschließung des Binnenlandes geben.
Im Grundriss zeigt Brasília die Form eines fliegenden Vogels, der sich aus einer parabelförmigen Hauptverkehrsachse und einer senkrecht dazu verlaufenden Monumentalachse aufbaut. Dort reihen sich die wichtigsten Regierungsgebäude aneinander. Viele der von Oscar Niemeyer entworfenen modernen Bauten stellen architektonische Meisterwerke dar. So scheint etwa das Empfangsgebäude des Palácio do Itamaraty - Sitz des Außenministeriums - über Wasser zu schweben. Ein weiteres herausragendes Ensemble ist der Congresso Nacional. Zwischen den schalen- und kuppelförmigen Dachkonstruktionen der Plenarsäle von Parlament und Senat ragen die im Profil H-förmigen Doppelhochhäuser des Verwaltungstrakts des Nationalkongresses auf und bilden einen vertikalen Kontrapunkt. Diese Balance zwischen horizontalen und vertikalen Linien ist eines der wichtigsten Gestaltungsprinzipien Brasílias.
Altstadt von Goiás
Die Altstadt von Goiás stellt ein idealtypisches Beispiel einer portugiesischen Kolonialsiedlung in Südamerika dar. Die Architektur der Bergarbeiterstadt ist den klimatischen, geografischen und kulturellen Verhältnissen bestens angepasst.
In die zentralen Gebiete Brasiliens drangen die portugiesischen Kolonialherren erst vor, nachdem sie die Küstenstreifen mit ihren Schiffen und Kanonen sicher in Besitz genommen und besiedelt hatten. Goldsucher und sogenannte Bandeirantes (»Waldläufer«) strömten im 16. Jahrhundert in das Gebiet des heutigen Bundesstaates Goiás. Im 18. Jahrhundert erreichte der Goldrausch seinen Höhepunkt. In dieser Zeit und auch noch im 19. Jahrhundert entstand das hübsche, am Ufer des Vermelho-Flusses gelegene historische Zentrum des Städtchens Goiás, das bis 1937 Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates war.
Die Altstadt, bestehend aus öffentlichen und privaten Gebäuden, bildet ein harmonisches Ensemble. Die portugiesischen Siedler entwickelten hier ihren ganz eigenen Baustil, für den vorwiegend regionale Materialien - vor allem Holz - verwendet wurden. Die herausragenden Gebäude sind - neben der Santana-Kathedrale und den fast 30 Kirchen - der Gouverneurspalast, die Casa de Câmara e Cadeia, die Casa de Fundição, das Theater und die Kasernen.
Altstadt von Ouro Preto
Reiche Goldvorkommen lösten Ende des 17. Jahrhunderts im Städtchen Ouro Preto einen Goldrausch aus. Heute bezaubert es durch seine großartige geschlossene Barock- und Rokokoarchitektur.
Ouro Preto (»schwarzes Gold«), das zeitweise Vila Rica (»reiche Stadt«) hieß, verdankt seinen Namen den enormen Goldvorkommen der Umgebung. Der Ort bekam 1712 die Stadtrechte verliehen und hatte als Hauptstadt der Kapitanie Minas Gerais (bis 1897) großen Einfluss auf die Geschicke des Landes. Hier entstanden viele einzigartige und kostbare Barockkirchen, die Vorboten des kolonialen Rokokostils waren. Herausragendes Beispiel ist die Igreja de São Francisco de Assis. Diese und andere der insgesamt 13 pompösen Kirchenbauten wurden maßgeblich von Aleijadinho (»Krüppelchen«) gestaltet (1730 bis 1814), der eigentlich Antônio Francisco da Costa Lisboa hieß und Ouro Preto seinen architektonischen Stempel aufdrückte. Die Altstadt von Ouro Preto zeichnet sich durch ihre einfache, ursprüngliche Architektur, ihre Brücken und ihre Brunnen aus. Fast alle Barockkirchen von Ouro Preto imponieren durch ihre üppige, detailreich gestaltete Innenausstattung.
Altstadt von Diamantina
Auf Gold und Diamanten basierender Wohlstand verwandelte das 200 Kilometer nördlich von Belo Horizonte in Minas Gerais gelegene Städtchen Diamantina in der Kolonialzeit in ein bedeutendes Kunst- und Handelszentrum.
Der Name Diamantina steht für eine bewegte Geschichte: Nachdem hier 1731 die ersten Diamanten entdeckt worden waren, entwickelte sich Arraial do Tijuco, wie die Siedlung zunächst hieß, zum wichtigsten Diamantenzentrum der Region. Im Gegensatz zu manch anderen Bergbaustädten stand Diamantina zwischen 1771 und 1845 unter der direkten Verwaltung des Königshauses. Mit dem Fund qualitativ hochwertiger Diamanten in Südafrika brach der Bergbau in Diamantina Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig zusammen. Städtebaulich und architektonisch integriert sich das Städtchen, das sich an einen steilen Felsen schmiegt, perfekt in die umgebende wilde, felsige Berglandschaft. Zu den besonders auffallenden Kolonialbauten zählen die Häuser in der Rua do Burgalhau. Sehenswert sind auch die Kirchen Nossa Senhora do Carmo und São Francisco de Assis, die beide aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen, sowie die 1835 erbaute Alte Markthalle und die überdachte blaue Fußgängerbrücke Passadiço.
Schutzgebiet Zentralamazonas
Das größte Schutzgebiet im Regenwald des Amazonasbeckens umfasst den Jaú-Nationalpark, die Naturreservate Mamirauá und Amanã sowie die ökologische Station Anavilhanas. Das Areal zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde.
Der riesige Regenwaldpark liegt etwa 200 Kilometer nordwestlich von Manaus. Kerngebiet ist der 2,3 Millionen Hektar große Jaú-Nationalpark, der das Einzugsgebiet des Rio Jaú bis zu dessen Mündung in den Rio Negro umfasst. Das Reservat wurde im Jahr 2000 Weltnaturerbe, 2003 folgte die Erweiterung zum Complexo de Conservação da Amazônia Central, mit einer Fläche von mehr als sechs Millionen Hektar. Der Rio Jaú bildet mit dem Rio Negro ein Schwarzwasser-Ökosystem. Der jahreszeitlich wechselnde Wasserstand der Flüsse hat dort den Igapó-Überschwemmungswald entstehen lassen. Die Schwarzwasserflüsse sind durch gelöste Huminsäuren und organische Schwebstoffe dunkel gefärbt. Bewohner dieser Gewässer sind Riesenotter, Flussmanati, Arrauschildkröte und Mohrenkaiman. Im Mamirauá-Reservat erstrecken sich dagegen große Weißwasserüberflutungsgebiete. Das Schutzgebiet beherbergt 120 Säugetierarten, darunter den Rosa und den Grauen Flussdelfin, über 450 Vogelarten und 300 Fischarten.
Altstadt von São Luís
Das historische Zentrum der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Maranhão an der Küste Nordostbrasiliens präsentiert sich in portugiesischer Kolonialarchitektur - angepasst an die Umwelt des tropischen Südamerika.
Bereits um 1615 übernahmen die Portugiesen die Stadt, die erst wenige Jahre zuvor von den Franzosen auf der Ilha de São Luís in der Bucht von São Marcos gegründet worden war. In den rechtwinklig angelegten Straßen und Gassen der Altstadt sind die mehrstöckigen Fassaden vieler Häuser mit sogenannten Azulejos - farbigen, handgemalten Kacheln - verkleidet. Mit ihren zahlreichen Balkonen und Balustraden, oft mit schmiedeeisernen Geländern versehen, muten die Gebäude ohnehin sehr portugiesisch an. Praia Grande, großer Strand, nennen die Bewohner ihre Altstadt liebevoll. Stattliche Verwaltungs- und Regierungspaläste wie der Löwenpalast und der Palácio La Ravardière zeugen von Macht und Herrlichkeit der einstigen Kolonialherren. Auch heute noch beherbergen viele dieser Bauten Behörden, in einigen sind Museen untergebracht. 1726 errichteten die Jesuiten die prächtige Kathedrale, die 1763 in den Besitz des Erzbischofs überging. Die Karmeliterkirche (1627) und die Kirche Santo Antônio mit der Kapelle der Seefahrer (1624) sind die ältesten Gotteshäuser der Stadt.
Altstadt von Olinda
Mit ihren Kirchen, Klöstern und Kolonialhäusern sowie einer Vielzahl gepflegter Gärten ist Olinda bei Recife an der nordöstlichen Atlantikküste eine der schönsten Städte Brasiliens. Ihren Aufstieg verdankte sie einst dem Zuckerrohranbau.
Olindas Altstadt, die »Perle des brasilianischen Barock«, erstreckt sich in lieblicher Lage über mehrere mit Palmen bewachsene Hügel. »O linda situação para uma vila«, rühmten die Portugiesen die »wunderschöne Lage für eine Stadt« und gründeten 1535 eine Siedlung am Meer. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts eroberten die Niederländer die Gebiete im Nordosten Brasiliens und damit auch Olinda. Im Jahr 1654, nach der Niederlage der holländischen Kolonialtruppen bei Guararapes, beanspruchten die Portugiesen Olinda wieder für sich. Viele der durch die Holländer im 17. Jahrhundert zerstörten Gebäude wurden wieder aufgebaut und erweitert. So stammen die meisten der bis heute erhaltenen bedeutenden Bauwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Rund 20 Barockkirchen und unzählige »passos« - so werden kleine Kapellen hier genannt -, aber auch die Klöster der Benediktiner, Franziskaner und Karmeliter wie etwa São Francisco und São Bento zeugen von der Bedeutung der Stadt als religiöses Zentrum. Die im Jahr 1537 gegründete Igreja da Sé beherbergte die erste Pfarrei des Nordostens und ist seit 1676 Kathedrale des Erzbistums Olinda und Recife.
Kirche Bom Jesus in Congonhas
Ein Höhepunkt christlicher Kunst in Lateinamerika offenbart sich im Heiligtum des Guten Herrn Jesus in Congonhas, wo der brasilianische Bildhauer Aleijadinho auf dem Vorplatz und in den Kapellen großartige Skulpturen geschaffen hat.
Unweit von Ouro Preto, in Congonhas do Campo in Minas Gerais, befindet sich der Santuário do Bom Jesus de Matosinhos, bestehend aus einer Wallfahrtskirche und sieben Kreuzwegkapellen. Hunderttausende von Pilgern versammeln sich hier alljährlich im September. Die 1772 fertiggestellte Kirche birgt eine großartige Innenausstattung im Stil des Rokoko. Glanzstücke des Santuário sind die um 1800 hinzugekommenen Figurengruppen in den etwas unterhalb der Kirche stehenden Kapellen. Diese mehrfarbigen Meisterwerke der spätbarocken, kolonialen Bildhauerei zeigen den Leidensweg Christi und stammen von Aleijadinho und seinen Schülern, ebenso die zwölf lebensgroßen Figuren der Propheten, die den Treppenaufgang zum Vorplatz der Kirche säumen. Die Skulpturen des Künstlers, der viele Jahre lang von Lepra und Skorbut gezeichnet war, lassen sich ohne Weiteres in die Tradition der großen europäischen Bildwerke einordnen.
Südöstliche Atlantische Wälder
Die Atlantischen Regenwälder in diesem Schutzgebiet Südostbrasiliens sind mit ihrem Artenreichtum Zeugen der Evolutionsgeschichte Südamerikas.
Die Atlantischen Regenwälder Brasiliens gelten als bedroht: Nur noch sieben Prozent des einstigen Bestands in Brasilien sind erhalten. Ein großer Teil dieses Restes wächst im Südosten des Landes in den Bundesstaaten Paraná und São Paulo. Ein weiterer Teil der Regenwälder an der Costa do Descobrimento im Nordosten Brasiliens genießt ebenfalls Welterbestatus. Die Atlantischen Wälder wachsen in einer äußerst reizvollen Landschaft, in der sich bewaldete Berge, reißende Flüsse, tiefe Wasserfälle und flache Sumpfgebiete abwechseln. In dem aus insgesamt 25 Schutzzonen bestehenden, knapp 5000 Quadratkilometer umfassenden Areal gedeihen viele seltene und endemische Pflanzen. Gegenüber Amazonien wurde hier eine größere pflanzliche Biodiversität festgestellt. Auch die Fauna zeichnet sich durch Vielfalt aus. So leben hier allein rund 120 Säugetierarten, darunter Jaguar, Otter und Ameisenbär. Auch die Vogelwelt ist mit rund 350 Gattungen außergewöhnlich stark vertreten.
Pantanal
Das Pantanal zählt zu den weltweit größten Süßwasserfeuchtgebieten und zeichnet sich durch eine spektakuläre Artenvielfalt aus.
Das Feuchtgebiet des Pantanal erstreckt sich ganz im Südwesten Brasiliens nahe den Grenzen zu Bolivien und Paraguay. Von November bis April, während des Sommers mit seinen sturzbachartigen Regenfällen, überfluten die großen Flusssysteme des Rio Cuiabá und des Rio Paraguai eine Tiefebene von der dreifachen Größe Costa Ricas und bilden ein riesiges Wasserareal mit flachen Seen, Sümpfen und morastigem Schwemmland. Zum Weltnaturerbe zählen vier Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von knapp 2000 Quadratkilometern.
Die jährlichen Sintfluten funktionieren als natürliche Kontrollmechanismen - sie steuern Grund- und Frischwasseraustausch, Wasserreinigung und -versorgung. Die durch die Überschwemmungen transportierten Sedimente und Nährstoffe lassen im trockeneren Winter, von Ende April bis Oktober, wenn sich die Flüsse wieder zurückziehen, ein saftiges Grasland entstehen. In der dampfenden Hitze unter einem meist dunstigen Himmel präsentiert sich die einzigartige Landschaft des Pantanal in diesen Monaten von ihrer besonders spektakulären Seite.
Wie an kaum einem anderen Ort der Tropen gibt es hier mit 650 Vogel-, 400 Fisch- sowie 80 Säugetierspezies eine extrem artenreiche Fauna. Weite Abschnitte der Feuchtgebiete werden von der Cerrado-Savanne eingenommen, zwischen die sich stellenweise hohe Bäume wie der Jatobá mischen. In den ausgedehnten Sumpfgebieten bilden Acuri-Palmen kleine Wälder.
Inselreservat Fernando de Noronha / Rocas-Atoll
Die Inselgruppe rund 500 Kilometer nordöstlich von Recife beherbergt eine vielfältige Fauna mit Delfinen, Haien, Meeresschildkröten und Seevögeln.
Das Inselreservat Fernando de Noronha/Rocas-Atoll liegt nur wenige Grade südlich des Äquators. Hier überschneiden sich die kalten Wassermassen des Südatlantiks mit den warmen Meeresströmungen des Äquators. Die Hauptinsel Fernando de Noronha besteht aus vulkanischen Gesteinen, auf denen ein einzigartiger atlantischer Inselwald wächst. Um die Hauptinsel verteilen sich 21 weitere Inseln. Das Rocas-Atoll besteht aus Korallenriffen, die sich um die Unterwassergipfel eines submarinen Gebirges gebildet haben. Das einzige Atoll im südlichen Atlantik bietet mit seinen natürlichen Bassins und flachen Lagunen bei Ebbe ein faszinierendes Naturschauspiel. Zum Inselreservat gehört auch ein Meeresschutzgebiet, das eine außerordentlich große Biodiversität aufweist. Die Küstengewässer rund um die Inselgruppe sind sehr nährstoffreich, viele Fische nutzen das Gebiet als Laichplatz. Hier tummeln sich Thunfische, Haie und seltene Meeresschildkröten. Das Inselgebiet des südatlantischen Archipels ist zudem eine wichtige Zwischenstation für Wale.
Nationalpark Iguaçu
Die Wasserfälle des Iguaçu im Dreiländereck Brasilien - Argentinien - Paraguay gehören zu den größten der Erde. Durch die Ausweisung zweier Parks - einer in Brasilien und einer in Argentinien - wurde die Region unter Schutz gestellt.
Lange bevor man die Wasserfälle sieht, hört man sie bereits - erst ein leises Gurgeln, das schnell zu einem ohrenbetäubenden Grollen und Donnern anschwillt. Auf einer Breite von etwa einem Kilometer nähert sich der von üppiger tropischer Vegetation gesäumte Fluss Iguaçu - in Argentinien heißt er Iguazú - der hufeisenförmigen Abbruchkante. Schließlich stürzen dort über eine Front von 2700 Meter Länge die schäumenden Wassermassen mit ungebändigter Gewalt in die Schlucht - ein Naturschauspiel der Superlative. Mehr als 270 einzelne Wasserfälle hat man hier gezählt. Daneben bietet der 1700 Quadratkilometer große Nationalpark auf brasilianischer Seite vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum. Im Schutz der Bäume schwirren Papageien und Steißhühner umher, während Mauersegler ihre Nester in die zerklüfteten Felsen zwischen die Wasserfälle bauen. Ozelot und Jaguar bevölkern mit Tapiren, Ameisenbären und Nabelschweinarten den Regenwald. In den unruhigen Gewässern geht der selten gewordene Riesenotter auf Fischfang.
Nationalpark Serra da Capivara
Im Nationalpark Serra da Capivara im Nordosten von Brasilien finden sich einige der ältesten Spuren der Besiedlung Amerikas. Eindrucksvolle Felszeichnungen zeugen von der Kultur der Ureinwohner.
In der Bergregion der Serra da Capivara im brasilianischen Bundesstaat Piauí wurden die frühesten Spuren menschlichen Daseins auf dem südamerikanischen Halbkontinent entdeckt. In den dortigen Höhlen haben bereits prähistorische Menschen Feuer entzündet - ein Beleg dafür, dass Südamerika schon sehr viel früher bewohnt war, als bisher angenommen wurde. Nach neuesten Grabungsfunden haben diese Ureinwohner nicht nur in Höhlen, sondern auch in offenen Siedlungen in der Savanne gelebt. Funde von Tonscherben beweisen, dass sie bereits das Töpferhandwerk beherrschten. Spektakulärster sichtbarer Ausdruck ihrer Kultur sind zahlreiche Felsmalereien, die bis zu 25000 Jahre alt sind. Die meisten Bilder stammen jedoch aus der Zeit zwischen 10000 und 4000 v.Chr. Sie zeigen Menschen bei alltäglichen sowie rituellen Handlungen und geben Aufschluss über Lebensweise und Vorstellungswelt dieser frühen Menschen.
Altstadt von Salvador da Bahia
Prächtige Renaissancefassaden und Kirchen zeugen von der großen Vergangenheit der ehemaligen brasilianischen Hauptstadt, die heute ein Zentrum afrobrasilianischer Kultur ist.
1501 legte der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci dort an, wo knapp 50 Jahre später an der Atlantikküste Salvador da Bahia de Todos os Santos, die Stadt des »Erlösers der Allerheiligenbucht«, gegründet wurde. Von 1549 bis 1763 war Salvador da Bahia die erste Hauptstadt Brasiliens. Zur Bewirtschaftung der ausgedehnten Zucker- und Tabakplantagen wurden Schwarze von der Westküste Afrikas nach Brasilien verschleppt. 1558 fand hier einer der ersten Sklavenmärkte der Neuen Welt statt. Am Cafuá das Mercês erinnert ein Museum an den einstigen Sklavenmarkt.
Salvador besteht aus einer Unter- und einer 80 Meter darüber liegenden Oberstadt. Am Meer befanden sich das Hafen- und das Geschäftsviertel, oben thronten vor allem die Paläste und Kirchen. Schmale Gassen und steile Treppen verbinden die beiden Stadtteile auch heute noch miteinander. Seit Ende des 19. Jahrhunderts lässt sich der Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterstadt bequem mit dem Elevador Lacerda, einem Aufzug, überwinden. Salvadors Oberstadt ist das größte geschlossene Viertel mit Renaissancebauten in Brasilien. Nicht weniger als 166 Kirchen zeugen von der ruhmreichen Vergangenheit der Metropole. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen die Kathedrale, die Kirche São Francisco sowie die Kirche des Karmeliterklosters. Über zwei Drittel der Einwohner sind Nachfahren schwarzer Sklaven, und so wurde die Stadt zu einem Schmelztiegel europäischer und afrikanischer Religionen.
